Eigenheim: Der erste Solarstromspeicher, der sich lohnt

22. Februar 2014

Eigenheim: Der erste Solarstromspeicher, der sich lohnt

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Immer weiter steigende Strompreise? Besitzer einer Fotovoltaikanlage und Batterie zur Speicherung des selbsterzeugten Stroms lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Bis zu 70 Prozent ihres Stroms können sie mit einer solchen Kombination kostenlos vom Dach oder aus ihrem Stromspeicher beziehen. Doch die Unabhängigkeit ist meist teuer erkauft.

Denn die Speicher sind mit deutlich mehr als 10.000 Euro so teuer, dass sie sich erst nach Jahren und besonders kräftigen Strompreissteigerungen amortisieren. Zumal auch der Austausch des Akkus eine Menge Geld kostet, wenn er schlapp macht.

Das 2009 in Leipzig gegründete mittelständische Unternehmen Deutsche Energieversorgung bietet jetzt eine Speicherlösung an, deren Investitions- und Betriebskosten so niedrig sind, dass sich der Kauf nahezu von Anfang an lohnt. Das hat das Beratungsunternehmen Leipziger Institut für Energie in einer ausführlichen Vergleichsstudie (hier als PDF) von neun Kellerakkus herausgefunden. Das Institut gehört zu 100 Prozent der TuTech Innovation, einem Vermarkter von Innovationen in Hamburg, der wiederum der Stadt und der Technischen Universität Hamburg-Harburg gehört.

Der als Nummer 1 bewertete Akku namens Senec.Home ist vor allem so günstig, weil die Batterie laut Tests 13 bis 15 Jahre hält und der Austauschakku gerade mal 1000 Euro kostet. Der Speicher selbst ist mit rund 10.000 Euro ähnlich teuer wie Konkurrenzprodukte.

Mit einem günstigen Kredit amortisiert sich der Speicher schneller

Die Autoren der Studie halten es allerdings für möglich, dass die Bleibatterie früher schlapp macht oder länger in Takt bleibt. Das könne die Wirtschaftlichkeitsrechnung verändern. Trotzdem sind sie sicher, „dass selbst bei einer moderat angenommenen Preissteigerung für Haushaltsstrom von zwei Prozent pro Jahr und einer vollständigen Eigenfinanzierung die Wirtschaftlichkeit schon heute gegeben ist“. Werde eine Förderung in Anspruch genommen, etwa in Form günstiger Kredite der staatlichen KfW-Bankengruppe, falle die Bilanz noch besser aus.

Andere Speicherlösungen seien „erst bei hoch angesetzten Strompreissteigerungen wirtschaftlich zu betreiben“, und dann auch nur mit finanzieller Förderung. Nach einer Musterrechnung erzielt der Besitzer eines Akkus aus Leipzig bereits im zweiten Jahr einen Überschuss, allerdings nur wenn die Solarzellen auf dem Dach relativ neu sind, die Einspeisevergütung also niedrig ist. Für Besitzer älterer Anlagen mit hoher Einspeisevergütung lohnt es sich kaum.

Der Akku hat eine Kapazität von 16 Kilowattstunden, von denen allerdings nur die Hälfte nutzbar ist. Würde er tiefer entladen, hätte er eine kürzere Lebensdauer. Das elektronische Energiemanagement sorgt dafür, dass diese Marke nicht unterschritten wird. Außerdem öffnet es die Tür zum öffentlichen Stromnetz, wenn partout keine Verbraucher im eigenen Haus in Frage kommen und der Akku voll ist – gespeicherter Solarstrom fließt dann ins Netz.

Kosten sinken rapide

Bei jüngeren Solaranlagen, deren Strom bei der Einspeisung in das öffentliche Netz weniger als 20 Cent pro Kilowattstunde bringt, lohnt es sich in einigen Fällen sogar mit dem Strom Haushaltswasser zu erwärmen.

Senec.Home-Betreiber können ab Herbst von einem zusätzlichen Angebot des Leipziger Versorgers profitieren. Er wird im Herbst und Winter überschüssigen Windstrom abnehmen, den es sehr preiswert, umsonst oder sogar mit Aufschlag gibt. Eine Zentrale, die im Aufbau ist, lenkt den Billigstrom in die Speicher der Kunden. Die müssen dafür keinen Pfennig zahlen. Econamic Grid heißt der Service, der die Wirtschaftlichkeit des Systems weiter erhöht.

Das Angebot hat auch den japanischen Elektronikriesen und Solarzellen-Hersteller Sharp überzeugt, der die Leipziger Speicher in ganz Europa vertreibt. Aktuell setzt der Mittelständler rund 300 Akkus im Monat ab.

Das Leipziger Beispiel zeigt: Mit einigen intelligenten Features ist die Kombination aus Solaranlage und Speicher heute schon attraktiv. Da die Kosten für die Akkus aktuell rapide sinken (manche Experten gehen von drei Prozent monatlich aus) werden wohl auch die Produkte anderer Hersteller bald gleichziehen – und sich immer mehr Hausbesitzer mit eigenem Grünstrom weitgehend von der öffentlichen Stromversorgung unabhängig machen.

Korrektur: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass sich die Speicher vor allem mit alten Solaranlagen und hoher Einspeisevergütung lohnen. Tatsächlich ist es genau anders herum: Je neuer die Solaranlage ist und je niedriger die Einspeisevergütung, desto mehr lohnt sich der Eigenverbrauch. Denn die Differenz zwischen dem Strompreis aus dem Netz und dem selbst erzeugten Strom steigt.

Quelle: Wirtschaftswoche Green

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